Glücksspielmonopol ökonomisch fraglich

 
21. Oktober 2009

Das Glücksspielmonopol des Staates ist nach einer Untersuchung der Leibniz Universität Hannover ökonomisch nicht zu rechtfertigen. Danach gibt es kaum Gründe für staatliche Einschränkungen, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Die Wissenschaftler waren der Frage nachgegangen, ob eine Regulierung des Glücksspiels noch vertretbar ist. Eingriffe in den Markt seien gerechtfertigt, wenn ein Marktversagen vorliege, sagte Projektleiter Luca Rebeggiani. So sollte der Staat beispielsweise mit Umweltauflagen reagieren, wenn eine Fabrik massiv Wasser verseuche. Beim Glücksspiel hingegen sei er bisher kaum auf Gründe für ein Eingreifen des Staates gestoßen, sagte der Ökonom. Glücksspielsüchtige seien meistens Automatensüchtige. Lotto- oder Sportwettensüchtige hingegen müsse man «fast mit der Lupe suchen», sagt der Wissenschaftler.

Zudem gebe es Widersprüche im Gesetz. So seien nur bei Geldspielautomaten und Pferdewetten Privatanbieter zugelassen. Ziel müsse es sein, eine Mischung aus staatlichen und privaten Anbietern in den Staatsvertrag aufzunehmen, sagte Rebeggiani. Diese müssten sich auf Konzessionen bewerben und einen Teil ihrer Einnahmen an den Staat abgeben. So gäbe es für den Staat kaum Einnahmeausfälle, betonte er. Die Einnahmen aus Glücksspielen fließen vorwiegend in soziale und karitative Projekte.

Um die Suchtgefahr zu bekämpfen, schränkt der Glücksspielstaatsvertrag von 2008 die Werbung und den gewerblichen Vertrieb für das Lottospiel und die Klassenlotterie ein. (ls/uk, na)

 

 

 

 
 
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